Wer wissen will, was „grundlasttauglich“ bei Windstrom bedeutet, muss keine Gutachten lesen. Was vom Grundlast-Versprechen übrig bleibt …
Ein Blick auf die Plattform SMARD der Bundesnetzagentur genügt. Sie zeigt Stunde für Stunde, wie viel Strom Deutschland verbraucht und woher er kommt. Die Grafik für die Zeit vom 26. Oktober bis zum 5. November 2026 erzählt eine einfache Geschichte. Der Stromverbrauch schwankt im Tagesrhythmus zwischen etwa 45.000 und 68.000 Megawatt. Er bleibt stabil, Tag und Nacht, Werktag und Wochenende. Der Wind dagegen tut, was er will.
Am 26. Oktober lieferten die Windräder an Land und auf See zusammen noch über 40.000 Megawatt. Danach brach die Leistung ein. Vom 29. Oktober bis zum 2. November, fünf Tage lang, kam aus allen Windrädern Deutschlands zusammen meist nur noch ein Bruchteil dessen, was das Land braucht. Stundenweise war es kaum mehr als ein Zehntel des Verbrauchs. Die Sonne half mittags für ein paar Stunden aus, im November mit bescheidenen Spitzen, nachts gar nicht. Den Rest mussten Kohle- und Gaskraftwerke und Stromimporte liefern, und zwar gleichgültig, wie viele Windräder im Land stehen. Ein stillstehender Rotor liefert keinen Strom, ob es nun dreißigtausend sind oder dreißigtausendundeins.
Genau das ist der Haken an der Behauptung, ein Windrad auf dem Hundsrücken sei grundlasttauglich, weil dort beständig Wind wehe. Grundlast heißt, rund um die Uhr zu liefern. Schwachwind dieser Art ist eine großräumige Wetterlage und erfasst den Schwarzwald genauso wie die Nordsee. Die Holzschlägermatte, das Nachbarwindrad am Schauinsland, lieferte im Februar, März und April 2025 jeweils nur fünf bis sechs Prozent ihrer Leistung. Mehr Windräder ändern daran nichts. Sie vervielfachen den Strom bei Wind und lassen bei Flaute dieselbe Lücke offen. Wer diese Lücke schließen will, braucht Kraftwerke oder Speicher in derselben Größenordnung wie den Verbrauch. Davon reden die Werbeprospekte nicht.
Quelle: Bundesnetzagentur, SMARD – Realisierte Stromerzeugung (Wind an Land, Wind auf See, Photovoltaik) und Stromverbrauch, 26.10.–05.11.2026, smard.de
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