GermanXia Mobilemaster CM 8G – Dokumentation eines 18-monatigen Reklamations- und Gewährleistungsfalls

Chronologische Dokumentation von Kauf, technischen Problemen, Reparaturversuchen, Reichweitentests, anwaltlicher Korrespondenz, Vergleichsverhandlungen und dem späteren Akkutausch im Zeitraum November 2024 bis Sommer 2026.

Warum diese Dokumentation existiert

Diese Dokumentation entstand, nachdem eine sachlich formulierte Google-Rezension über meine Erfahrungen mit dem GermanXia Mobilemaster CM 8G durch das automatisierte Moderationssystem von Google nicht veröffentlicht wurde. Die Bewertung beschrieb ausschließlich dokumentierte technische Probleme, Nachbesserungsversuche sowie den anschließenden Verlauf der Reklamation. Eine konkrete Begründung für die Nichtveröffentlichung erhielt ich nicht.

Da sich der Vorgang über 18 Monate erstreckte und zahlreiche E-Mails, Fahrtests, Reparaturen, Einsendungen, technische Diskussionen und anwaltliche Schreiben umfasste, habe ich mich entschlossen, den gesamten Ablauf transparent und chronologisch darzustellen.

Diese Dokumentation basiert auf Rechnungen, E-Mail-Korrespondenz, Werkstattberichten, Fahrprotokollen, Reichweitentests sowie dem Schriftverkehr zwischen den beteiligten Rechtsanwälten.


November 2024 – Kaufentscheidung

Am 26.11.2024 bestellte ich ein GermanXia Mobilemaster CM 8G.

Beworben wurde das Fahrrad unter anderem mit:

  • Bafang M400 Mittelmotor
  • 80 Nm Drehmoment
  • Samsung-Akku
  • Reichweite von bis zu 145 km

Unmittelbar nach der Amazon-Bestellung kontaktierte mich GermanXia und bot mir einen Preisnachlass an, wenn ich die Amazon-Bestellung storniere und direkt beim Hersteller kaufe. Auch in dieser Nachricht wurde erneut ausdrücklich mit einer Reichweite von bis zu 145 km geworben.

Der Kaufpreis betrug schließlich 3.058,90 €.


Dezember 2024 – Erste Probleme unmittelbar nach dem Kauf

Bereits wenige Tage nach Erhalt des Fahrrads trat der erste Defekt auf.

Die Kette riss bereits bei der zweiten Fahrt.

GermanXia empfahl, die Kette in einer örtlichen Werkstatt wieder verbinden zu lassen.

Schon zu diesem Zeitpunkt entstand erstmals der Eindruck, dass die Verarbeitungsqualität nicht den Erwartungen entsprach.


Januar 2025 – Motorleistung deutlich schwächer als erwartet

Mitte Januar meldete ich erstmals erhebliche Probleme mit der Motorunterstützung.

  • Die Unterstützungsstufen unterschieden sich kaum.
  • Auf ebener Strecke erreichte das Fahrrad lediglich etwa 21–22 km/h.
  • An leichten Steigungen sank die Geschwindigkeit auf etwa 18–19 km/h.
  • An stärkeren Steigungen teilweise auf nur noch 12 km/h.

Die versprochene Unterstützung war praktisch nicht spürbar.

GermanXia hinterfragte zunächst den Vergleich mit meinem bisherigen Fahrradmodell.

Kurzzeitig schien sich das Problem zu bessern, weshalb ich einen möglichen Wackelkontakt oder Kabelbruch vermutete.

Bereits einen Tag später traten die gleichen Probleme jedoch erneut auf.


Januar bis Februar 2025 – Erste Einsendung

Da sich die Probleme nicht lösen ließen, wurde das komplette Fahrrad Ende Januar an GermanXia eingesendet.

Nach der Untersuchung erklärte GermanXia:

  • Das Fahrrad sei technisch einwandfrei.
  • Gleichzeitig wurde jedoch ein Softwareupdate eingespielt.
  • Das Fahrrad erhielt eine neue Motorabstimmung und eine höhere Unterstützungsgrenze.

Wenige Wochen später bestätigte ich ausdrücklich, dass die Motorunterstützung nun deutlich besser funktioniere.

Leichte Steigungen konnten erstmals mit etwa 25 km/h bewältigt werden.

Das Motorproblem war damit zunächst behoben.


März 2025 – Weitere Qualitätsprobleme

Im März trat der nächste Defekt auf.

Das vordere Schutzblech brach.

GermanXia stellte ein Ersatzteil zur Verfügung.


April 2025 – Beginn der Reichweitenproblematik

Ab Anfang April verlagerte sich das Problem vom Motor auf den Akku.

Erstmals dokumentierte Fahrtests ergaben:

  • Reichweite nur etwa 30–34 km
  • starker Leistungsabfall bereits bei mittlerem Akkustand
  • kaum noch Unterstützung unterhalb von etwa 20 %

Besonders auffällig war:

Die beworbene Reichweite von bis zu 145 km wurde nicht annähernd erreicht.

Selbst unter günstigen Bedingungen war nur etwa ein Viertel der beworbenen Strecke nutzbar.


April 2025 – Akkuschloss blockiert

Kurz darauf ließ sich der Akku nicht mehr aus dem Fahrrad entnehmen.

Ich meldete den Defekt.

GermanXia empfahl zunächst verschiedene Versuche mit Schlüssel und Schloss.

Das Problem verschlimmerte sich jedoch.


24. April 2025 – Totalausfall

Am 24.04.2025 fiel das Fahrrad vollständig aus.

Trotz geladenem Akku ließ sich das System nicht mehr einschalten.

Das Fahrrad war faktisch nicht mehr einsetzbar.


Mai 2025 – Erste Fristsetzung

Da weiterhin keine Lösung vorlag, setzte ich GermanXia erstmals eine Frist.

Parallel wurde das Fahrrad durch HOT.BIKE Freiburg untersucht.

HOT.BIKE stellte fest:

  • Akku nicht entnehmbar
  • Schlossmechanismus vermutlich defekt
  • Ausbau möglicherweise nur durch Zerstörung des Schlosses möglich

GermanXia verlangte daraufhin die erneute Einsendung des kompletten Fahrrads.


Mai bis Juli 2025 – Zweite Einsendung

Nach Eingang des Fahrrads erklärte GermanXia plötzlich:

Das Akkuschloss sei durch Fehlbedienung beschädigt worden.

Diese Darstellung widersprach sowohl meiner Dokumentation als auch den Einschätzungen von HOT.BIKE.

Später musste GermanXia selbst einräumen, dass der Ausbau des Akkus äußerst schwierig gewesen sei und das Schloss letztlich zerstört werden musste, um den Akku zu entfernen.

Damit wurde faktisch bestätigt, dass tatsächlich ein schwerwiegendes technisches Problem vorlag.


Juli 2025 – Fahrrad zurück, Reichweitenproblem bleibt

Nach Rückerhalt des Fahrrads wurden mehrere neue Reichweitentests durchgeführt.

Das Ergebnis war nahezu identisch.

Der Leistungsabfall begann regelmäßig bereits bei:

  • 55 %
  • 56 %
  • 61 %

Akkustand.

Unterhalb von etwa 20 % war praktisch keine brauchbare Motorunterstützung mehr vorhanden.

Die nutzbare Reichweite lag weiterhin nur bei rund 30 km.


August 2025 – Neue Reklamation

Ich dokumentierte die Ergebnisse erneut.

GermanXia reagierte diesmal anders:

Statt die Reichweite als vertragsgemäß zu erklären, wurde ein alternativer Akku zum Test bereitgestellt.

Damit erkannte GermanXia zumindest faktisch an, dass weiterer Klärungsbedarf bestand.


September 2025 – Testakku

Der erste Testakku passte nicht.

Die Bauform war größer als beim Originalakku.

Ein Test war zunächst unmöglich.

GermanXia bestätigte den Fehler und erklärte, dass der passende Akkutyp momentan gar nicht lieferbar sei.

Deshalb wurde die komplette Halterung umgebaut.


September 2025 – Entscheidender Reichweitentest

Nach dem Umbau wurde erneut getestet.

Ergebnis:

  • Gesamtreichweite 32,3 km
  • bereits nach etwa 27 km unter 20 %
  • danach praktisch keine nutzbare Unterstützung mehr

Damit brachte auch der von GermanXia vorgeschlagene Lösungsweg keine Verbesserung.


16. September 2025 – Rücktritt vom Kaufvertrag

Nach mehreren Nachbesserungen, zwei Einsendungen und zahlreichen Testfahrten erklärte ich den Rücktritt vom Kaufvertrag.

Begründung:

  • erhebliche Abweichung von den beworbenen Eigenschaften
  • mehrfach fehlgeschlagene Nachbesserung
  • keine alltagstaugliche Reichweite
  • keine nachhaltige Problemlösung

September 2025 – Rechtsstreit beginnt

GermanXia erklärte:

„Der Akku befindet sich in einwandfreiem Zustand.“

Gleichzeitig bot das Unternehmen jedoch an:

  • einen zweiten Akku zu kaufen
  • oder einen größeren Akku speziell produzieren zu lassen

Kurz darauf wurde der Fall an einen Rechtsanwalt übergeben.


September 2025 – Rücksendung des Testakkus

Der Testakku wurde ordnungsgemäß an GermanXia zurückgesendet.

Die DHL-Einlieferung erfolgte am 22.09.2025 in Kirchzarten.


September 2025 – Einschaltung eines Anwalts

Da keine Einigung erzielt werden konnte, wurde die Freiburger Kanzlei FALLER & ABRAHAM eingeschaltet.

Am 24.09.2025 wurde die anwaltliche Vertretung offiziell beauftragt.


November 2025 – Erwiderung von GermanXia

GermanXia wies sämtliche Ansprüche zurück.

Unter anderem wurde vorgetragen:

  • Es habe nie einen Sachmangel gegeben.
  • Die Motorprobleme seien subjektive Eindrücke gewesen.
  • Das Akkuschloss sei durch Fehlbedienung beschädigt worden.
  • Die Reichweite von etwa 31 km sei technisch normal.
  • Die Angabe von 145 km beruhe auf einem Amazon-Synchronisationsfehler.
  • Tatsächlich seien 100 km gemeint gewesen.

Gleichzeitig bestätigte GermanXia jedoch selbst:

  • Fahrergewicht ca. 125 kg
  • reale Reichweite etwa 31 km
  • Leistungsabfall bei niedriger Restkapazität
  • Schutzmechanismen des Bafang-Systems
  • Verringerung der Unterstützung im unteren Ladebereich

Hier ist Teil 2 sauber formatiert und ohne den falschen Zwischensatz:

November 2025 – Vergleichsangebot

Obwohl GermanXia sämtliche Ansprüche zurückgewiesen hatte, bot das Unternehmen am Ende dennoch zwei mögliche Lösungen an:

  • einen 630-Wh-Tauschakku
  • oder den Austausch gegen ein Offroad GT P8K mit Bosch Performance Line Motor

Nach wirtschaftlicher Abwägung erklärte ich mich grundsätzlich bereit, das Bosch-Modell anzunehmen, sofern folgende Punkte gewährleistet sind:

  • Das Fahrrad ist fabrikneu.
  • Die Gewährleistung beginnt neu.
  • Die volle Straßenzulassung liegt vor.
  • Die technische Gleichwertigkeit ist sichergestellt.

Dezember 2025 – Annahme des Austauschvorschlags und erneute Klärung der Bedingungen

Im Dezember 2025 wurde der von GermanXia angebotene Austausch gegen ein Offroad GT P8K mit Bosch Performance Line weiter konkretisiert.

Mein Anwalt teilte GermanXia mit, dass ich grundsätzlich bereit sei, das angebotene fabrikneue Austauschfahrrad anzunehmen. Dabei ging es mir nicht darum, die Auseinandersetzung künstlich zu verlängern, sondern endlich eine technisch brauchbare und alltagstaugliche Lösung zu erhalten.

Wesentliche Punkte waren dabei:

  • Das Austauschfahrrad sollte fabrikneu sein.
  • Der Ablauf von Versand, Übergabe und Rücknahme des bisherigen Fahrrads sollte schriftlich dokumentiert werden.
  • Das neue Rad sollte vollständig straßenzugelassen sein.
  • Das Bosch-System sollte im normalen Fahrbetrieb ein vergleichbar agiles Fahr- und Beschleunigungsverhalten bieten.

Entscheidend war für mich außerdem, dass das neue Rad meine tägliche Strecke von rund 30 km zuverlässig bewältigen kann. Ich verlangte keine theoretische Laborreichweite und auch keine unrealistischen 120 oder 145 km. Für meinen praktischen Einsatz wäre eine reale Reichweite von etwa 45 km ausreichend gewesen.

GermanXia bestätigte daraufhin, dass das neue Austauschfahrzeug nach endgültiger Einigung gefertigt und anschließend per DHL versendet werden sollte. Unmittelbar danach sollte das bisherige Fahrzeug durch DHL abgeholt werden. Gleichzeitig stellte GermanXia klar, dass die Angelegenheit mit Durchführung des Radtausches endgültig erledigt sein sollte.


Dezember 2025 – Weitere technische Einordnung durch GermanXia

Kurz vor Weihnachten teilte GermanXia mit, dass der Bosch-Reichweitenassistent die tatsächlichen Realfahrbedingungen nicht vollständig abbilden könne. Dieser diene lediglich einer überschlägigen Orientierung unter standardisierten Annahmen.

GermanXia erklärte außerdem, dass beim Modell Offroad GT P8K ein Bosch eBike System 2 mit Performance Line Antrieb verbaut werde. Das System verfüge über die Unterstützungsmodi ECO, TOUR, SPORT und TURBO.

Der Bosch-Modus TURBO entspreche funktional ungefähr der Bafang-Unterstützungsstufe 5 des bisherigen Fahrrads.

Damit wurde erneut deutlich, dass die tatsächliche Reichweite stark vom konkreten Einsatzprofil abhängt. Für mich war aber weiterhin entscheidend, ob das Austauschrad im Alltag zuverlässig meine tägliche Strecke abdeckt.

GermanXia informierte zugleich darüber, dass der Betrieb vom 23.12.2025 bis einschließlich 05.01.2026 geschlossen sei. Damit verschob sich die weitere Klärung faktisch ins neue Jahr.


Februar 2026 – Annahme des Einigungsangebots

Am 20. Februar 2026 teilte mein Anwalt GermanXia mit, dass ich das Einigungsangebot annehme. Zugleich fragte er nach, wann mit der Lieferung des neuen Rades gerechnet werden könne.

GermanXia antwortete am 23. Februar 2026, dass eine kurze Vereinbarung gefasst werden solle, damit die Angelegenheit danach abschließend und endgültig beendet werde.

Mein Anwalt übersandte daraufhin einen entsprechenden Vereinbarungsvorschlag.

Dieser sah vor, dass das ursprünglich im Dezember 2024 erworbene Fahrrad gegen ein fabrikneues Offroad GT P8K mit Bosch Performance Line, 65 Nm und 500-Wh-Akku ausgetauscht wird.

Außerdem sollte festgehalten werden, dass das Austauschfahrrad neu, unbenutzt, frei von Sach- und Rechtsmängeln sowie vollständig straßenzugelassen ist.

Bei der Gewährleistung wurde eine Frist von einem Jahr ab Übergabe des Austauschfahrrads vorgeschlagen.


März 2026 – GermanXia rudert zurück

Ende März 2026 kam es zu einer überraschenden Wende.

GermanXia teilte mit, dass der ursprünglich angebotene Austausch gegen das Offroad GT P8K aus Sicht des Unternehmens nicht mehr wie vorgesehen umgesetzt werde.

Begründet wurde dies damit, dass das vorbereitete Fahrzeug inzwischen anderweitig veräußert worden sei.

Noch gravierender war jedoch eine weitere Aussage von GermanXia:

Das angebotene Bosch-Modell werde unter meinen Realbedingungen voraussichtlich ebenfalls keine Reichweite von über 40 km erreichen.

Damit bestätigte GermanXia im Kern genau das Problem, um das es seit Monaten ging: Die geforderte Alltagstauglichkeit meiner täglichen Strecke ließ sich mit dem vorgesehenen Austauschrad offenbar ebenfalls nicht zuverlässig sicherstellen.

GermanXia erklärte, der Kern der Problematik liege in meinen Anforderungen an die Reichweite und lasse sich konstruktionsbedingt nur durch eine Erhöhung der Akkukapazität lösen.

Für mich war das ein entscheidender Punkt: Nachdem zuvor ein Austauschfahrrad als Lösung angeboten worden war, erklärte GermanXia nun selbst, dass dieses neue Rad die benötigte reale Reichweite wahrscheinlich ebenfalls nicht erfüllen würde.


April 2026 – Neuer Lösungsvorschlag: größerer Akku statt Austauschrad

Nachdem mein Anwalt GermanXia auf den Widerspruch hinwies und sinngemäß fragte, ob nun Klage erhoben werden solle oder GermanXia einen besseren Vorschlag habe, schlug GermanXia am 7. April 2026 eine neue Lösung vor.

Der alte 500-Wh-Akku sollte durch einen größeren Akku ersetzt werden:

  • entweder durch einen 630-Wh-Akku
  • oder sogar durch einen 691-Wh-Akku, wobei hierfür auch der Akkuhalter getauscht werden müsse

GermanXia bezeichnete diesen Weg ausdrücklich als die einzige Lösung, um die gewünschte Reichweite zu erreichen.

Damit war der ursprünglich angebotene Radtausch praktisch vom Tisch. Stattdessen rückte nun genau der Punkt in den Mittelpunkt, den ich von Anfang an vermutet hatte:

Die Reichweitenproblematik war nicht durch Diskussionen, Software oder kleinere Nachbesserungen zu lösen, sondern nur durch eine deutlich größere Akkukapazität.


April 2026 – Bestellung und Bezahlung des größeren Akkus

Um die Angelegenheit endlich pragmatisch zu beenden, erklärte ich mich bereit, den von GermanXia vorgeschlagenen größeren 691-Wh-Akku zu akzeptieren.

Der hierfür erforderliche Austausch der Halterung sollte von mir selbst vorgenommen werden.

Am 27. April 2026 bestellte ich den SAMSUNG Lithium-Ionen-Akku mit 691 Wh (19,2 Ah / 36 V) als Sonderanfertigung für das Mobilemaster Offroad CM 8G.

Der Akku sollte den bisherigen 500-Wh-Akku ersetzen.

Für diesen Austausch wurde ein Aufpreis von 290,00 Euro zuzüglich 9,90 Euro Versand berechnet, insgesamt also 299,90 Euro.

Diesen Betrag überwies ich noch am selben Tag vollständig.

In der Bestellbestätigung wurde eine Lieferzeit von etwa fünf Wochen nach vollständiger Bezahlung angegeben. Gleichzeitig enthielt die Bestätigung den Hinweis, dass aufgrund der allgemeinen Liefersituation keine verbindlichen Liefertermine zugesagt werden könnten.

Da es sich um eine Sonderanfertigung handelte und ich den vollständigen Kaufpreis bereits bezahlt hatte, ging ich davon aus, dass die Lieferung innerhalb des angekündigten Zeitraums erfolgen würde.

Ich bat GermanXia deshalb um eine möglichst konkrete Terminangabe und um rechtzeitige Information, falls sich die Lieferung verzögern sollte.


Mai bis Juni 2026 – Streit um die Vorabeinsendung des alten Akkus

Nach der vollständigen Bezahlung des neuen Akkus entstand ein neuer Streitpunkt.

GermanXia verlangte nun, dass ich zunächst den bisher verwendeten Akku samt Halterung zurücksenden müsse. Erst nach Eingang des alten Akkus sollte der bereits bezahlte neue Akku versandt werden.

Dieses Vorgehen war für mich nicht nachvollziehbar.

Zum einen hatte ich den neuen Akku bereits vollständig bezahlt. Zum anderen war in der Auftragsbestätigung von einer Lieferzeit von rund fünf Wochen die Rede.

Hätte ich den alten Akku sofort zurückgesandt, wäre mein Fahrrad während der gesamten Produktions- und Lieferzeit außer Betrieb gewesen.

Da sich die tatsächliche Lieferzeit zudem nicht genau vorhersagen ließ, hätte dies im ungünstigsten Fall bedeutet, dass das Fahrrad über viele Wochen hinweg überhaupt nicht nutzbar gewesen wäre.

Ich hatte GermanXia mehrfach erläutert, dass ich auf ein betriebsbereites Fahrrad angewiesen bin.

Mein bisher genutztes Ersatzfahrrad war inzwischen ebenfalls nicht mehr einsatzfähig, weshalb ich das GermanXia-Fahrrad regelmäßig benötigte.

Hinzu kam, dass ich während des gesamten Vorgangs wiederholt gezeigt hatte, dass ich zu einer fairen und pragmatischen Zusammenarbeit bereit bin. Bereits zuvor waren Komponenten und Testakkus ordnungsgemäß zurückgesendet worden.

Aus meiner Sicht wäre daher die sachgerechte Lösung gewesen, zunächst den bereits bezahlten neuen Akku zu liefern und anschließend den alten Akku unverzüglich zurückzusenden.

Trotz mehrfacher Hinweise auf diese Problematik bestand GermanXia zunächst auf der Vorabeinsendung des Altakkus.

Dadurch entstand erneut eine Verzögerung in einem Vorgang, der zu diesem Zeitpunkt bereits seit weit über einem Jahr andauerte.


Sommer 2026 – Lieferung des neuen Akkus

Nach weiterer Korrespondenz wurde der neue Akku schließlich geliefert.

Es handelte sich um den größeren Rahmenakku mit 36 V und 19,2 Ah, also deutlich mehr Kapazität als beim ursprünglichen Akku.

Die Montage erfolgte über eine neue Schiene beziehungsweise Halterung hinter dem Sattelrohr. Dazu mussten die Kabelverbindungen zum Motor hergestellt und der Akku anschließend in die neue Halterung eingesetzt werden.

Leider fehlten die Schrauben für die Befestigung des Rahmens.

Damit war nach vielen Monaten Diskussion, Nachbesserung, anwaltlicher Korrespondenz und technischer Umwege erstmals die Lösung umgesetzt, die GermanXia im April 2026 selbst als notwendig bezeichnet hatte:

ein deutlich größerer Akku.


Sommer 2026 – Neuer Akku funktioniert deutlich besser

Nach dem Einbau zeigte sich erstmals eine spürbare Verbesserung.

Der neue Akku funktioniert.

Die Reichweite ist deutlich größer als zuvor.

Damit bestätigte sich rückblickend ein zentraler Punkt meiner gesamten Reklamation:

Die ursprüngliche Akkulösung war für meinen realen Alltagsgebrauch offensichtlich nicht ausreichend.

Erst der deutlich größere Akku brachte eine Reichweite, die meiner Nutzung wesentlich näherkommt.

Damit erledigte sich die Angelegenheit technisch zwar weitgehend, aber erst nach einem außergewöhnlich langen Verlauf:

  • Bestellung Ende November 2024
  • erste Probleme bereits im Dezember 2024
  • Motorprobleme im Januar 2025
  • Softwareanpassung im Februar 2025
  • Reichweitenprobleme ab April 2025
  • Akkuschlossdefekt und Totalausfall
  • mehrfache Einsendungen
  • Rücktrittserklärung
  • anwaltliche Auseinandersetzung
  • geplatzter beziehungsweise nicht weiterverfolgter Radtausch
  • neuer Lösungsvorschlag mit größerem Akku
  • zusätzliche Zahlung von 299,90 Euro
  • Streit um die Lieferung
  • erst 2026 die tatsächliche Verbesserung durch den größeren Akku

Abschließende Bewertung

Am Ende steht eine nüchterne Erkenntnis:

Das ursprüngliche Fahrrad erreichte in meinem Alltag nie die beworbene oder auch nur annähernd erwartbare Reichweite.

Die nutzbare Reichweite lag immer wieder nur bei rund 27 bis 32 km, wobei die Motorunterstützung im unteren Akkubereich praktisch zusammenbrach.

GermanXia erklärte über lange Zeit, dies sei technisch normal, bot aber später selbst größere Akkulösungen an und bezeichnete die Erhöhung der Akkukapazität schließlich als einzige Lösung, um die gewünschte Reichweite zu erreichen.

Erst mit dem größeren 691-Wh-Akku verbesserte sich die Situation deutlich.

Damit bleibt für mich der Eindruck, dass das ursprüngliche Produkt in der beworbenen Konfiguration für meinen realistischen Einsatzzweck nicht ausreichend war und dass die Lösung viel früher hätte angeboten werden können.

Diese Dokumentation soll anderen Käufern helfen, die Werbeaussagen zu Reichweite, Alltagstauglichkeit und Akkukapazität kritisch einzuordnen und vor dem Kauf genau zu prüfen, ob die angegebene Reichweite unter realen Bedingungen überhaupt erreichbar ist.


Fazit

Der gesamte Vorgang erstreckte sich über rund 18 Monate und umfasste:

  • einen Kaufpreis von über 3.000 Euro
  • einen Kettenriss unmittelbar nach dem Kauf
  • Motorleistungsprobleme
  • Softwareupdates
  • einen Schutzblechbruch
  • ein blockiertes Akkuschloss
  • einen Totalausfall
  • zwei Einsendungen des Fahrrads
  • mehrere technische Umbauten
  • zahlreiche Reichweitentests
  • einen Testakku
  • den Rücktritt vom Kaufvertrag
  • anwaltliche Auseinandersetzungen
  • Vergleichsverhandlungen
  • Bestellung und Bezahlung eines größeren Akkus
  • erneuten Streit um die Lieferung
  • schließlich eine deutliche Verbesserung durch den größeren Akku

Unabhängig von der juristischen Bewertung bleibt festzuhalten:

Das ursprünglich beworbene Leistungsversprechen konnte in meinem praktischen Alltagseinsatz nie erreicht werden.

Der gesamte Vorgang erforderte einen außergewöhnlich hohen Zeit-, Dokumentations- und Kommunikationsaufwand, bevor eine technisch brauchbare Lösung erreicht wurde.

Hinweis zum vorliegenden Erfahrungsbericht

Die vorstehenden Ausführungen geben ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen und Einschätzungen zu einem konkreten Kauf- und Gewährleistungsvorgang wieder. Die geschilderten Ereignisse beziehen sich auf meinen individuellen Fall und lassen keine allgemeinen Rückschlüsse auf Produkte, Dienstleistungen oder andere Kundenbeziehungen des Unternehmens zu. Leser werden ausdrücklich aufgefordert, sich anhand eigener Recherchen und weiterer Quellen ein eigenes Bild zu machen.