chronologie, fakten und offene fragen

 

1. ausgangslage

Für den 24. Oktober 2025 war bei der Volkshochschule Dreisamtal der Workshop

„Faktenstark – Desinformationen wirkungsvoll begegnen“ geplant.

Das Angebot wurde bundesweit über den Deutschen Volkshochschulverband verbreitet und in Kooperation mit Codetekt e. V., der Amadeu-Antonio-Stiftung sowie mit Unterstützung der Bertelsmann-Stiftung konzipiert.

Politische Bildung an Volkshochschulen unterliegt besonderen rechtlichen und pädagogischen Anforderungen, insbesondere der Neutralitätspflicht öffentlicher Bildungseinrichtungen sowie dem Beutelsbacher Konsens.


2. anlass meiner kritik

Ich habe mich im Vorfeld schriftlich und nachprüfbar an den Vorstand der VHS Dreisamtal sowie an die Trägergemeinden gewandt.

Inhalt meiner Hinweise waren ausschließlich:

  • die Neutralitätspflicht öffentlicher Bildungseinrichtungen

  • der Beutelsbacher Konsens

  • die Frage möglicher Interessenkonflikte bei politisch aktiven NGOs

Ich habe keine Absage gefordert, keine Teilnahme verhindert und niemanden zur Mobilisierung aufgefordert.

Es ging allein um rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen.


3. entscheidung der vhs

Der Vorstand der VHS Dreisamtal sagte den Workshop wenige Tage vor dem Termin ab.

Die öffentlich genannte Begründung lautete:

  • geringe Resonanz

  • Vermeidung polarisierender Konflikte

  • Schutz des neutralen Bildungsauftrags der VHS

Die Entscheidung lag allein beim Vorstand.

Eine Einflussnahme oder „Blockade“ durch mich fand nicht statt.


4. öffentliche zuspitzung

Nach der Absage setzte eine öffentliche Rahmung ein, in der mir u. a. vorgeworfen wurde:

  • „rechter Troll“

  • „antidemokratisch“

  • „Hetzer“

  • „Verhinderer demokratischer Bildung“

Diese Zuschreibungen erfolgten ohne inhaltliche Auseinandersetzung mit meinen tatsächlichen Argumenten.


5. eskalation

In zeitlichem Zusammenhang kam es zu:

  • Veröffentlichung meines Namens, meiner Adresse und beruflicher Daten (Doxing)

  • anonymen Anrufen

  • Kontaktaufnahme bei Auftraggebern mit dem Ziel der Rufschädigung

  • negativen Google-Bewertungen ohne Kundenbezug


6. was dieser fall zeigt

Der Fall zeigt exemplarisch:

  • wie schnell rechtliche Kritik politisch etikettiert wird

  • wie Neutralitätsfragen delegitimiert werden

  • wie moralische Zuschreibung sachliche Debatte ersetzt

  • wie öffentlicher Druck auf Einzelpersonen aufgebaut wird


7. schluss

Politische Bildung braucht Pluralität, Transparenz und Kritikfähigkeit.

Wer Kritik an institutionellen Rahmenbedingungen automatisch moralisch markiert, beschädigt genau das, was er vorgibt zu schützen.



zeitleiste: faktenstark in kirchzarten

  • Okt. 2025 – Ankündigung des Workshops durch die VHS

  • Mitte Okt. 2025 – Schriftliche Hinweise zur Neutralitätspflicht

  • 23./24. Okt. 2025 – Absage durch den VHS-Vorstand

  • Ende Okt. 2025 – Erste Presseberichte

  • ab Ende Okt. 2025 – Öffentliche Diffamierungen, Doxing, Anrufe

  • laufend – Aufarbeitung und Dokumentation



 

fragen & antworten zum vhs-fall

 gehören sie einer partei an?

Nein.

sind sie mitglied der afd oder einer anderen politischen organisation?

Nein.

haben sie den workshop verhindert?

Nein.

sind sie gegen politische bildung oder medienkompetenz?

Nein.

war ihre kritik politisch motiviert?

Nein, rechtlich und institutionell.

ging es um die inhalte des workshops?

Nein, um den Rahmen.

würden sie ein solches angebot ohne diese probleme unterstützen?

Ja.

Adrian Kempf, Kirchzarten im Dreisamtal