Ihr nennt euch „links“, „woke“, „antifaschistisch“, „demokratisch“.
Schön. Labels sind billig. Entscheidend sind Methoden.
Und genau da wird es unerquicklich: Viele, die am lautesten „Nie wieder!“ rufen, praktizieren im Alltag genau jene Muster, die eine freie Gesellschaft zerstören – nur eben im Gewand der Moral.
Hier ist der Spiegel. Punkt für Punkt. Mit Beispielen.
1) Verbotslust statt Debatte
Wenn euch eine Position nicht passt, wollt ihr nicht widersprechen – ihr wollt verbieten.
Beispiele:
-
Forderungen nach Parteiverboten nicht wegen konkreter Gewalt, sondern wegen „falscher“ politischer Inhalte.
-
Kampagnen, Redner auszuladen („kein Podium für X“), statt sie inhaltlich zu stellen.
-
Druck auf Hallenbetreiber, Hotels oder Kommunen, damit Veranstaltungen politischer Gegner nicht stattfinden.
Das Muster: Nicht überzeugen – ausschalten.
2) Zensur durch Moral, Algorithmen und Gesetze
Ihr nennt es „Hass bekämpfen“. In der Praxis wird daraus: Worte kontrollieren – und am Ende Meinungen.
Beispiele:
-
Forderung nach Löschungen/Sperrungen wegen „Desinformation“, obwohl es oft schlicht Streit über Interpretation ist.
-
Moralische Sprachregeln, bei denen Abweichung nicht als Stilfrage gilt, sondern als „menschenfeindlich“.
-
„Kontext“-Vorwürfe: Ein Satz wird aus dem Kontext gezogen, dann gilt der Mensch als erledigt.
Das Muster: Nicht argumentieren – stigmatisieren und entfernen.
3) Meldestellen & Denunziationskultur
Euer Lieblingsinstrument ist nicht das Gespräch, sondern das Melden.
Beispiele:
-
„Meldeportale“ und „Hinweisstellen“ für Aussagen, die nicht illegal sind, aber „problematisch“.
-
Aufrufe, Arbeitgeber/Schulen/Vereine über „auffällige“ Meinungen zu informieren.
-
Social-Media-Rudel: Screenshots sammeln, markieren, an Institutionen schicken.
Das Muster: Nicht widerlegen – anzeigen, melden, sanktionieren lassen.
4) Kontaktschuld: Du bist schuldig, weil du jemanden kennst
Ihr habt die Idee der individuellen Verantwortung ersetzt durch: Nähe ist Schuld.
Beispiele:
-
„Der hat mit X gesprochen, also ist er auch X.“
-
„Wer den einlädt, ist genauso schlimm.“
-
„Wer dem folgt, unterstützt ihn.“
-
Freundschaften, Vereinsmitgliedschaften, Einladungen werden als moralischer Beweis genutzt – statt Taten.
Das Muster: Nicht prüfen – assoziieren und verurteilen.
5) Gewalt als „verständliche“ Nebenwirkung
Ihr spielt euch als Friedensfraktion auf – und rechtfertigt Gewalt, wenn sie die Richtigen trifft.
Beispiele:
-
Blockaden von Parteitagen oder Veranstaltungen mit dem Ziel, sie faktisch zu verhindern.
-
Vermummte Gruppen, die Gegner bedrohen oder körperlich angehen – und dann heißt es: „Ja, aber…“
Das Muster: Gewalt ist böse – außer sie dient unserer Moral.
6) Mediengleichschaltung durch Druck
Ihr wollt nicht Vielfalt – ihr wollt Linientreue.
Beispiele:
-
„Dieser Journalist muss weg“ – weil er Fragen stellt.
-
Shitstorms gegen Redaktionen, damit sie Themen nicht mehr anfassen.
-
Kampagnen gegen unliebsame Medien („entzieht ihnen Plattform“, „deplatforming“), statt sie zu kritisieren.
Das Muster: Nicht pluralistisch – monokulturell.
7) Berufliche und soziale Vernichtung als politisches Werkzeug
Ihr habt „Canceln“ zur Tugend erklärt: Wer falsch spricht, soll zahlen.
Beispiele:
-
Arbeitgeber werden unter Druck gesetzt: „Trennt euch von ihm, sonst…“
-
Künstler/Dozenten verlieren Aufträge, weil eine Gruppe moralische Empörung organisiert.
-
Vereine/Initiativen grenzen Menschen aus, um „sauber“ zu wirken.
Das Muster: Nicht widersprechen – existenziell treffen.
8) Demokratie nur für die Richtigen
Am Ende wollt ihr entscheiden, wer „noch demokratisch“ ist – und wer nicht.
Beispiele:
-
Menschen werden pauschal als „rechts“ etikettiert, damit man ihnen Grundrechte faktisch nicht mehr gönnt.
-
Diskussion wird ersetzt durch Diagnosen: „Hass“, „Hetze“, „antidemokratisch“, „radikal“ – ohne Beleg, ohne Debatte.
-
Schul- und Institutionslogik: Nicht das Argument zählt, sondern ob du „im Wertekanon“ bist.
Das Muster: Demokratie als Club – Eintritt nur mit Gesinnungsstempel.
Das ist der Kern: Wer die Mittel des Faschismus nutzt, reproduziert ihn
Autoritäre Methoden bleiben nicht nur autoritär –
sie sind genau die Mittel, die historisch bekämpft werden sollten.
Ob jemand sich „links“, „woke“ oder „antifaschistisch“ nennt, ist dabei völlig nebensächlich, wenn er:
-
verbieten statt debattieren will – also politische Konkurrenz nicht argumentativ stellt, sondern ausschaltet,
-
melden statt reden propagiert – also Denunziation an die Stelle von Auseinandersetzung setzt,
-
ausgrenzen statt prüfen betreibt – also Menschen nach Gesinnung sortiert statt nach Handlungen,
-
Gewalt relativiert, wenn sie die „Richtigen“ trifft,
-
Zensur moralisch legitimiert, um Kontrolle über Sprache, Gedanken und Deutung zu gewinnen,
-
Menschen nach Kontakten verurteilt (Kontaktschuld statt Individualverantwortung),
-
Demokratie nur für Gleichgesinnte gelten lässt, während Andersdenkende delegitimiert, entrechtet oder ausgeschlossen werden.
All das sind keine neuen, fortschrittlichen Werkzeuge.
Es sind exakt jene Instrumente, mit denen autoritäre Systeme seit jeher arbeiten.
Das ist nicht „Antifaschismus“.
Das ist die Anwendung faschistoider Mittel unter antifaschistischer Selbstetikettierung.
Und genau deshalb wirkt dieses Verhalten auf viele Menschen nicht wie der Schutz der Demokratie,
sondern wie ihre systematische Aushöhlung von innen:
laut, moralisch selbstgewiss, skrupellos in den Mitteln – und vollkommen blind für die eigene Spiegelung im historischen Vorbild.